Aktuell - aus meinem Meditation-München Blog

Was, weniger arbeiten und mehr verdienen?
Nach der Wiedervereinigung liegen im Osten Deutschlands noch viele Spannungen in der Luft.
Im Weihnachtsurlaub fliege ich von München nach Lübeck
und fahre weiter nach Schattin in Mecklenburg-Vorpommern,
um dort an der deutsch-deutschen Grenze
mit einer Gruppe Gleichgesinnter für den Frieden zu meditieren.
Während einer Mittagspause sitze ich mit Henrik und Claus zusammen.
Henrik ist Ayurvedaarzt und fühlt meinen Puls.
Er macht ein bedenkliches Gesicht und sagt:
„Franziska, dein Puls ist außer Balance, viel zu viel Vata.
Du arbeitest zu viel“.
„Hhm“, erwidere ich, „ich arbeite als Außendienstfrau für eine private Krankenversicherung.
Ich habe einen Mann, und ich habe vier Kinder“.
„Arbeite weniger!
Sonst wirst du in ein paar Jahren krank werden,
das sagt mir dein Puls.“
„Du bist gut!
Wie soll ich das denn machen?
Im Außendienst muss ich Leistung erbringen,
sonst werde ich gefeuert.
Und die Familie ist auch noch da.“
„Dein Puls ist außer Balance.
Du musst weniger arbeiten,
sonst wirst du in ein Paar Jahren krank werden“.
Einige Tage später fragt mich Claus:
„Und?
Wirst du, wenn du in München zurück bist, weniger arbeiten,
wie Henrik dir gesagt hat?“
Betroffen schaue ich ihn an.
Das Gespräch mit Henrik habe ich bereits völlig vergessen,
gleich verdrängt.
Gut, dass Claus bei dem Gespräch anwesend war und mich daran erinnert.
Ich sage: „Das geht nicht!
Wenn ich nicht genug Versicherungsverträge bringe, werde ich gefeuert.“
Claus spricht das Zauberwort
„Halte es für möglich!“
Ich schaue ihn an und verspreche:
„Gut,
ich werde ab jetzt weniger arbeiten“.
Zurück in München arbeite ich ab da jeden Tag zwei Stunden weniger,
statt acht Stunden Versicherungsaußendienst
nur noch sechs Stunden pro Tag.
Und was ist passiert, bin ich gefeuert worden?
Nein, ab da habe ich zwanzig Prozent mehr verdient.
